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Kosten eines Pools

Betriebskosten eines privaten Außenpools (Mai bis September)
Die Betriebskosten eines Außenpools setzen sich zusammen aus den Energiekosten für die Wasseraufbereitung (hauptsächlich Pumpenleistung), zum anderen aus den Kosten um die Energieverluste wieder auszugleichen (Erwärmung) und die Chemikalien für die Wasseraufbereitung.

Beispiel: Freibad 4 x 8 m mit Poolabdeckung

Betriebskosten Filterpumpe
Die  Filterlaufzeiten sollten ca. 8 – 10 Stunden täglich betragen und eine moderne Filterpumpe hat eine Stromaufnahme von 0,5 KW. Somit werden bei einer täglichen Filterlaufzeit von 10 Stunden bei einer 0,5 KW Filterpumpe 5 kWh Strom benötigt.
Bei Stromkosten von z. B. 0,25 EUR/kWh sind das 1,25 Euro pro Tag. Eine normale Freibadsaison hat ca. 150 Betriebstage. Rechnerisch ergibt sich so eine Summe von 187,50 Euro für Strom zum Betrieb der Filterpumpe.

Ermittlung Wärmebedarf
Ein Freibad in geschützter Lage mit einer hochwertigen Lamellenabdeckung die täglich 23 Stunden auf dem Wasser liegt, hat erfahrungsgemäß in den Monaten Mai bis September eine durchschnittliche Auskühlung von 1,5 Grad pro Tag. In dem Kapitel „Wissenswertes rund um Wassererwärmung“ ist der Rechenweg aufgeführt wie hoch der Energieverlust bei einem Grad ist. Entsprechend muss man den Wert von 51,968 kWh pro Grad mit 1,5 multiplizieren und kommt auf einen durchschnittlichen Wärmebedarf von 77,95 kWh / Tag oder  11.692,50 kWh in 150 Tagen.

Betriebskosten durch Wärmepumpe
Diesen Wärmeverlust mit einer Wärmepumpe auszugleichen bedeutet: 11.692,50 kWh Wärme geteilt durch 5 (dies ist der COP Wert oder Wirkungsgrad der Wärmepumpe, Wärme zu Strom) = 2.338,56 kWh Strom in 150 Tagen. Kostet die kWh Strom z. B. 0,25 Euro, so kosten die 2.338,56 kWh x 0,25 Euro / kWh =  584,64 Euro in der Saison bei  150 Tagen.

Betriebskosten durch Öl oder Gas
Diesen Wärmeverlust mit Öl oder Gas auszugleichen bedeutet: 11.692,50 kWh x 0,08 Euro / kWh = 935,42 Euro in der Saison bei  150 Tagen.

Betriebskosten durch Solarabsorberanlage
Eine Solarabsorberanlage liefert die benötigte Energie kostenlos, jedoch ist gerade in unseren Breitengraden nicht garantiert das die Sonne permanent scheint. Gerade zum Anfang und Ende der Saison reicht die Sonne in der Regel nicht aus, um die erforderliche Leistung zu bringen. Die Kosten belaufen sich somit auf 0,00 Euro.

Betriebskosten Chemikalien
Der Chemikalienverbrauch und damit die Kosten sind sehr stark abhängig von der Sonneneinstrahlung, der Nutzung, der Art und Qualität der verwendeten Materialien und daher ein ganz grober Schätz- bzw. Erfahrungswert. Kosten ca. 240,00 Euro.

Betriebskosten durch Frischwasser
Der Filter muss einmal pro Woche rückgespült werden, um die gesammelten Schmutzstoffe aus dem Filtermedium zu entfernen. Je Rückspülung werden ca. 300 Liter Wasser in die Kanalleitung abgeführt, die durch Frischwasser ersetzt werden müssen.  Bei 150 Tagen geht man von ca. 22 Rückspülungen aus.
22 x 300 Liter = 6.600 Liter oder 6,6 m³ Wasser. Angenommen 1 m³ Wasser kostet 5,00 Euro, so belaufen sich die Frischwasserkosten für die Rückspülung auf 33 Euro. Verluste durch Verdunstung etc. wurden nicht berücksichtigt.

Zusammenfassung der Betriebskosten bei einem Außenpool mit einer Nutzung Mai bis September:

Filterpumpe187,50 Euro
Wärmepumpe584,64 Euro (dann entfällt Öl oder Gas)
Öl oder Gas935,42 Euro (dann entfällt Wärmepumpe)
Solar0,00 Euro
Chemikalien240,00 Euro
Frischwasser33,00 Euro

Diese Auflistung soll eine grobe Vorstellung  geben, wie sich die laufenden Betriebskosten bei einem Außenpool pro Saison (Mai bis September) zusammensetzen.

Eine genaue Berechnung ist nicht möglich, da dies von sehr vielen Faktoren abhängt, die nicht berücksichtigt werden können. Hierbei handelt es sich um folgende Faktoren:

Liegt der Pool in einer nicht geschützten Lage und ist nur 20 Stunden abgedeckt, bekommt man ein völlig anderes Ergebnis. Auch ist die Energiebilanz bei einem Freibad in Hamburg anders als im sonnigeren Freiburg. Bei einer verlängerten Nutzung Anfang Mai und Ende September sind die Verluste wesentlich höher und der Wirkungsgrad z.B. bei einer Wärmepumpe deutlich schlechter. Außerdem ist der durchschnittliche Verlust von 1,5 Grad ein Erfahrungswert, der aus den Beobachtungen der letzten 10 Jahre ermittelt wurde.
Die Anzahl der Badenden pro Tag hat ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Betriebskosten (Chemikalien, Frischwasser).

Werden weitere Geräte der Pooltechnik eingesetzt (automatische Dosieranlagen, Gegenstromanlagen etc.) haben diese ebenfalls Einfluss auf die Höhe der laufenden Betriebskosten. Die Stromkosten für die Beleuchtung wurden nicht mit eingerechnet, da diese sehr abhängig sind vom Nutzungsverhalten des Poolbesitzers. Erfahrungsgemäß sind diese (gerade bei dem Einsatz von LED) bei einem Außenpool als gering einzuschätzen.

Besonderes Augenmerk sollte daher bei der Planung eines Pools auf die max. Reduzierung des notwendigen Energiebedarfs für die Erwärmung gelegt werden, da diese den größten Anteil an den Betriebskosten ausmachen. Insbesondere ist der Einsatz einer Poolabdeckung zu empfehlen.

Auch wenn die Betriebskosten auf den ersten Blick recht hoch erscheinen, spricht sehr vieles für einen privaten Pool im Garten:

  • Unabhängigkeit von Öffnungszeiten des öffentlichen Freibades
  • Pool wird nur von einem selber benutzt
  • In der Regel hat man höhere Temperaturen als im öffentlichen Freibad
  • Man kann sich seine eigene Wellnessoase schaffen
  • Ein Pool wertet die Immobilie auf
  • Steigerung der Lebensqualität

Dies sind die Gründe, warum der Trend zum privaten Pool ungebrochen ist und jährlich über 6.000 neue Pools in Deutschland gebaut werden.

Die hier aufgeführten Angaben, Berechnungen und Hinweise sind unverbindlich und dienen nur als Richtwerte für Interessenten, die einen Pool planen.

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